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Freitag, 23. Juli 2021
Ein Preis für die Jugend
„Heute schon an Morgen denken!“ – Das war das Thema des diesjährigen Jugendpreises des Initiative Werterhalt & Weitergabe e.V. Unter dem Motto #sagwasDUwillst…
wurden die Jugendlichen aufgerufen, Wünsche und Träume, Ängste und Sorgen, Gedanken und Themen die sie beschäftigen, niederzuschreiben und einzusenden. 169 Einreichungen, darunter Kurzgeschichten, Tagebücher und Briefe, zu Themen, die die Jugendlichen heutzutage bewegen: Der Jugendpreis 2021 sollte den 15- bis 18-jährigen eine Möglichkeit geben, ihre Gedanken und Gefühle zu gesellschaftlichen Themen zum Ausdruck zu bringen.
Klar zu erkennen war, dass die Jugendlichen sich stark mit den Themen Klima/Umwelt, Generationen, Rassismus, Digitalisierung und Globalisierung auseinandersetzen. Weitere Punkte waren Feminismus, Behinderungen, Krankheiten und der technische Fortschritt. Mit einem Brief an Prof. Dr. Piazolo, den bayerischen Kultusminister konnte
der 18-jährige Joshua Steib die Jury überzeugen. Wortgewand und eindrucksvoll gehe er in seinem Schreiben auf das Thema Rassismus ein, heißt es lobend. Steib fordert einen Projekttag an Schulen und ein gesellschaftliches Umdenken. Er greift nicht nur die Problematik auf, sondern belegt sie mit Beispielen und liefert Lösungsansätze.
Die Wettbewerbskriterien hat Prof. Klaus Zierer von der Universität Augsburg erarbeitet. Mehr Infos auf www.jugendpreis21.de
Sonntag, 30. Mai 2021
Buchpreis geht an Iris Hanika
Iris Hanika hat mit ihrem Werk „Echos Kammern“ (Literaturverlag Droschl )das Rennen um den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik für sich entschieden. Die siebenköpfige Jury würdigte die 1962 in Würzburg geborene Autorin als „eine der eigensinnigsten Stimmen der deutschen Gegenwartsdichtung, die mit brutal klarem und unverschämten Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse schauen kann. Und dann wieder unheimlich erheitert.“ Iris Hanika übe in aller Virtuosität ihre Sprachexperimente aus und sie habe „diebische Freude daran, dass sie das jeden Moment den Roman kosten könnte“. Eben dieses riskante Schreiben zeichne sie aus.
In der Kategorie Sachbuch wurde Heike Behrend für ihr Buch „Menschwerdung eines Affen. Eine Autobiografie der ethnografischen Forschung“ (Matthes & Seitz Berlin) ausgezeichnet.
In der Kategorie Übersetzung würdigte die Jury Timea Tankó für die Übersetzung aus dem Ungarischen von „Apropos Casanova. Das Brevier des Heiligen Orpheus“ (Die Andere Bibliothek).
Donnerstag, 15. April 2021
Shortlist zum Leipziger Buchpreis 2021
Corona verhindert immer noch Veranstaltungen. Auch die Buchmessen sind betroffen. Aber: Der Preis der Leipziger Buchmesse wird auch in diesem Jahr herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen auszeichnen – und ist mit insgesamt 60 000 Euro dotiert.
Die Jury musste ihre Auswahl aus 389 Buchtiteln treffen. Nun hat sie die jeweils fünf Nominierten in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung bekannt gegeben.
Vor allem die Bellestristik-Nominierungen haben für Aufsehen gesorgt: Unter den fünf Nominierten ist ein einziger Mann - Christian Kracht mit "Eurotrash" (Kiepenheuer & Witsch).
Ebenfalls auf der Shortlist:
Iris Hanika mit "Echos Kammern" (Literaturverlag Droschl)
Judith Hermann mit "Daheim" (S. Fischer Verlag)
Friederike Mayröcker mit "da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete" (Suhrkamp Verlag)
Helga Schubert mit "Vom Aufstehen" (dtv)
In der Kategorie Sachbuch wurden nominiert:
Heike Behrend: "Menschwerdung eines Affen. Eine Autobiografie der ethnofrafischen Forschung" (Deutsche Verlags-Anstalt)
Dan Diner: "Ein anderer Krieg. Das jüdische Palästina und der Zweite Weltkrieg (Deutsche Verlags-Anstalt)
Michael Hagner: „Foucaults Pendel und wir. Anlässlich einer Installation von Gerhard Richter“ (Vlerag Walter König)
Christoph Möllers: „Freiheitsgrade. Elemente einer liberalen politischen Mechanik“ (Suhrkamp Verlag)
Uta Ruge: „Bauern, Land. Die Geschichte meines Dorfes im Weltzusammenhang" (Verlag Antje Kunstmann)
In der Kategorie Übersetzung sieht die Shortlist so aus:
Ann Cotten für ihre Übersetzung aus dem Englischen von "Pippins Tochter Taschentuch" von Rosmarie Waldrop
Frank Heibert und Sonja Finck für ihre Übersetzung aus dem Französischen von "Der große Absturz. Stories aus Kitchike" von Louis-Karl Picard-Sioui
Hinrich Schmidt-Henkel für seine Übersetzung aus dem Norwegischen "Die Vögel" von Tarjei Vesaas
Nikolaus Stingl und Dirk von Gunsteren für ihre Übersetzung aus dem Englischen "USA-Triologie. Der 42. Breitengrad /1919/ Das große Geld" von John Dos Passos
Timea Tankó für ihre Übersetzung aus dem Ungarischen "Apropos Casanova. Das Brevier des Heiligen Orpheus" von Miklós Szentkuthy.
Die drei Gewinner werden am 28. Mai gekürt.
Freitag, 23. Oktober 2020
Cornelia Funke für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet
„Dieser Preis war eine sehr unerwartete und deshalb nur umso schönere Überraschung in diesem so seltsamen und an Finsternis reichem Jahr“, sagte Cornelia Funke zur Verleihung des Jugendliteraturpreises für ihr Gesamtwerk. „Ich nehme die Momo im Namen all meiner LeserInnen an, durch die meine Welten erst wirklich zum Leben erwacht sind.“
Die Deutsche, die Kalifornien zu ihrer Wahlheimat erkoren hat und international wohl die bekannteste deutsche Kinderbuch-Autorin ist, hat sich diesen Preis wahrlich verdient. Zu ihren bekanntesten Werken gehören „Drachenreiter“ (der Film läuft gerade in den Kinos), die Reihe „Die Wilden Hühner“ und „Herr der Diebe“, mit dem ihr 2002 der internationale Durchbruch gelang. Mit der „Tintenwelt-Trilogie“ und der aktuellen „Reckless“-Serie eroberte Cornelia Funke weltweit die Bestsellerlisten. Über 60 Bücher hat sie mittlerweile geschrieben und weltweit mehr als 31 Millionen Exemplare verkauft. Ihre Titel wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt. Am 2. November erscheint ihr aktuelles Buch „Reckless. Auf silberner Fährte“, der vierte Band der Reckless-Reihe.
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Donnerstag, 15. Oktober 2020
Literaturnobelpreis für die Lyrik
Dienstag, 13. Oktober 2020
Buchpreis für "Heldinnenepos"
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Dienstag, 15. September 2020
Die Shortlist zum Deutschen Buchpreis
Aus der Longlist für den Deutschen Buchpreis hat die Jury folgende sechs Finalisten ausgewählt:
Bov Bjerg, Serpentinen (Claassen)
Dorothee Elmiger, Aus der Zuckerfabrik (Carl Hanser)
Thomas Hettche, Herzfaden (Kiepenheuer & Witsch)
Deniz Ohde, Streulicht (Suhrkamp)
Anne Weber, Annette, ein Heldinnenepos (Matthes & Seitz Berlin)
Christine Wunnicke, Die Dame mit der bemalten Hand (Berenberg)
„Nominiert sind sechs Romane, die uns durch ihre sprachliche Ausdruckskraft und formale Innovation überzeugt haben, zugleich aber auch auf besonders kluge Weise politische Dringlichkeit dokumentieren“, so Jurysprecherin Hanna Engelmeier vom Kulturwisseschaftlichen Institut Essen. „Einige schöpfen aus unerwarteten Quellen oder wenden sich historischen Stoffen zu, um darüber zu großen, allgemeingültigen Fragen zu gelangen. Die Shortlist trägt zugleich hervorragenden Titeln Rechnung, die sich biografischen und zeitgenössischen Themen auf überraschende Weise widmen.“
Die Preisverleihung findet am 12. Oktober 2020 um 18 Uhr zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse als Livesendung aus dem Kaisersaal des Frankfurter Römers statt und kann online verfolge werden unter www.deutscher-buchpreis.de
Dienstag, 18. August 2020
Zehn Frauen und zehn Männer für den Buchpreis
„Der letzte Satz“ hat es in der Bestsellerliste ganz nach oben geschafft und sein Autor Robert Seethaler auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis. Die Jury betont die Vielfalt ihrer Auswahl und die Experimentierfreudigkeit der Autoren. Jurysprecherin Hanna Engelmeier, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI) und Autorin: „Im Gegensatz zur Lektüre der Nachrichten der vergangenen Monate bot die Beschäftigung mit den über 200 eingereichten Titeln vielfältige Lichtblicke. Der Jury eröffnete sich ein Panorama von überwiegend realistisch angelegten Romanen. Besonders viele Romane nutzen das (auto)biographische Erzählen, stark vertreten sind zudem Titel, die sich mit historischen Themen auseinandersetzen. Die Longlist spiegelt diese Schwerpunkte wider, greift aber zusätzlich Romane auf, die sich jüngeren identitätspolitischen Debatten widmen. Es freut uns, dass auch Bücher vertreten sind, die die Form des Romans aufbrechen und mit ihr experimentieren. Die Longlist repräsentiert so nicht nur eine Vielfalt von Themen, sondern auch die Vielfalt poetischer Ausdrucksformen dieser Saison.“
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Montag, 13. Juli 2020
Büchner-Preis für Elke Erb
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung begründet ihre Entscheidung so: „Mit Elke Erb ehrt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ein unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk, dessen Anfänge 1975 in der DDR lagen und das sich nach deren Ende unbeirrt bis in die Gegenwart fortsetzt. Elke Erbs poetischer Sachverstand, der sich auch in ihrer reichen übersetzerischen Arbeit zeigt, beeinflusste mehrere Generationen von Dichterinnen und Dichtern in Ost und West." Elke Erb gelinge es wie keiner anderen, die Freiheit und Wendigkeit der Gedanken in der Sprache zu verwirklichen, "indem sie sie herausfordert, auslockert, präzisiert, ja korrigiert." Die Entscheidung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung nahm Erb laut dem Präsidenten der Akademie, Ernst Osterkamp "mit der Haltung der jenigen auf, die die Entscheidung nicht falsch finden können".
Elke Erb wurde 1938 in einem Dorf in der Eifel geboren, mit zwölf Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Halle in die DDR. Dort studierte sie Germanistik, Slawistik und Pädagogik und arbeitete zunächst beim Mitteldeutschen Verlag, ehe sie zu schreiben und aus dem Russischen zu übersetzen begann. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Ernst-Jandl-Preis (2013) und das Bundesverdienstkreuz (2019). Heute lebt Erb in Berlin und in Wuischke in Sachsen.
Donnerstag, 12. März 2020
Buchpreis geht an Lutz Seiler
In "Stern 111" erzählt Seiler von der Zeit direkt nach dem Mauerfall in der DDR, in der alte Gewissheiten nichts mehr galten und neue Regeln noch nicht in Sicht waren. „Dieser Roman leuchtet auf jeder Seite“, sagt Jurorin Wiebke Porombka zur Begründung. Die kunstvolle Erzählung ziehe "in den Bann des Möglichkeitsraums Berlin nach '89", so die Jury weiter. Für den Lyriker und Autor Seiler ist es schon die zweite große Auszeichnung seiner Romane. Auch sein 2014 erschienenes Debüt Kruso, inzwischen verfilmt und auf verschiedenen Theaterbühnen zu sehen, hatte den Deutschen Buchpreis erhalten.
In der Kategorie Sachbuch/Essayistik ging der Preis an Bettina Hitzer für das Werk "Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts". Den Übersetzer-Preis erhielt Pieke Biermann für die Übertragung von Oreo der Autorin Fran Ross aus dem amerikanischen Englisch.
Mittwoch, 11. März 2020
Shortlist zum Leipziger Buchpreis
Bücher gibt es viele und die Jury für den Leipziger Buchpreis hatte auch dieses Jahr wieder die Qual der Wahl. Aus 402 eingereichten Büchern wählten die Juoren 15 aus. Auf die Shortlist kamen je fünf Werke in den Kategorien Belletristik, Sachbach und Übersetzung. Unter den nominierten Romantiteln sind so viel besprochene wie Leif Randts vierter Roman "Allegro Pastell", Ingo Schulzes "Die rechtschaffenen Mörder" oder Lutz Seilers "Stern 111". Unter den Sachbüchern sind die Bücher der Historikerin Bettina Hitzer "Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts" und des Soziologen Armin Nassehi "Muster. Theorie der digitalen Gesellschaft". Bei den Übersetzungen haben es zwei Neu-Übersetzungen in die Shortlist geschafft: Melanie Walz mit George Eliots "Middlemarch" und Simone Werle für "Der Spleen von Paris" von Charles Baudelaire. Jeder der Preise ist mit 15 000 Euro dotiert. Auch wenn die Leipziger Buchmesse wegen Corona nicht stattfinden kann, werden die Preise am 12. März verkündet.
Und das ist die Shortlist:
Belletristik
Verena Güntner. Power, DuMont
Maren Kames. Luna Luna, Secession
Leif Rand. Allegro Pastell, Kiepenheuer & Witsch
Ingo Schulze. Die rechtschaffenen Mörder, Fischer
Lutz Seiler. Stern 111, Suhrkamp
Sachbuch
Bettina Hitzer. Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts, Klett-Cotta
Michael Martens. Im Brand der Welten: Ivo Andric. Ein europäisches Leben, Paul Zsolnay
Armin Nassehi. Muster: Theorie der digitalen Gesellschaft, C.H. Beck
Julia Voss. Hilma af Klint - "Die Menschheit in Erstaunen versetzen" Biografie, S. Fischer
Jan Wenzel (Hg) mit Anne König, Andreas Rost u.a.. Das Jahr 1990 freilegen, Spector Books
Übersetzungen
Fran Ross, Oreo aus dem amerikanischen Englisch von Pieke Biermann, dtv
Clarice Lespector. Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau, Sämtliche Erzählungen 1, aus dem brasilianischen Portugiesisch von Luis Ruby, Penguin
Angel Igov. Die Sanftmütigen aus dem Bulgarischen von Andreas Tretner, eta
George Eliot. Middlemarch. Eine Studie über das Leben in der Provinz, aus dem englischen von Melanie Walz, Rowohlt
Charles Baudelaire. Der Spleen von Paris aus dem Französischen von Simon Werle, Rowohlt.
Montag, 4. November 2019
Büchnerpreisträger Lukas Bärfuss mahnt
Dienstag, 15. Oktober 2019
Literatur-Nobelpreis: Vor allem Kritik
Das gab‘s noch nie: Der frisch gekürte Buchpreisträger Sasa Stanisic („Herkunft“) hat bei seiner Dankesrede den ebenfalls frisch gekürten Literaturnobelpreisträger Peter Handke heftig angegriffen. Die Entscheidung aus Stockholm habe ihm die Freude über den Deutschen Buchpreis „vermiest“, bekannte der 41-Jähre.
Handkes Fehltritt
Stanisic stammt aus Bosnien, und Handke hatte in den 1990er Jahren für Serbien und Slobodan Milosevic Partei ergriffen, ja sogar am Grab des Diktators ein paar Tränchen vergossen. „Ich hatte das Glück, dem zu entkommen, was Peter Handke in seinen Texten nicht beschreibt“, sagte Stanisic, der 1992 nach Deutschland floh. „Dass ich hier heute vor Ihnen stehen draf, habe ich einer Wirklichkeit zu verdanken, die sich dieser Mensch nicht angeeignet hat.“
Tatsächlich hat sich Handke, der als langhaariger Rebell begonnen hat und sich aktuell als kauziger Guru mit einer Vorliebe für Pilze inszeniert, mit seiner Parteinahme für Serbien selbst an den Rand der Gesellschaft manövriert.
Der Außenseiter als Literat
Ein Außenseiter war der heute 77-Jährige immer, aber auch ein außergewöhnlicher Literat. „Ich bräuchte einen kritischen Freund; und da ich keinen habe, bin ich mir das selber“, hat er einmal gesagt. Mehr Freunde hat ihm der Literaturnobelpreis nicht beschert, wohl aber jede Menge Kritik.
Ein Lob der Grenzüberschreitung
Das ist bei Olga Tokarcuzuk, der großen Dame der polnischen Gegenwartsliteratur anders. Sie erhält den Literatur-Nobelpreis für das Jahr 2018, in dem die Schwedische Akademie mehr mit den eigenen Skandalen als mit der Vergabe von Preisen zu tun hatte. Doch ein Neustart ist die Vergabe des Preises gleich an zwei Europäer wohl eher nicht. Ein Mann und eine Frau, ein 77-jähriger Österreicher und eine 57-jährige Polin. Nichts gegen Olga Tokarczuk, die auch schon den Man Booker Preis erhalten hat und „mit erzählerischer Imagination und mit enzyklopischer Leidenschaft das Überschreiten von Grenzen als eine Lebensform darstellt“, so die Jury.
Aber wegweisend für eine neue Zukunft des Literatur-Nobelpreises sind beide Kandidaten nicht. Schade.
Sonntag, 29. September 2019
Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2019
Und da waren‘s nur noch sechs. Die Jury hat die Shortlist für den Deutschen Buchpreis bekannt gegeben und für ihre „sechs herausragenden Fundstücke“ (Jury-Sprecher Jörg Magenau) einige Verwunderung geerntet. Das liegt vor allem daran, dass gleich drei der Nominierten nach 1990 geboren sind: Faphaela Edelbauer, Miku Sophie Kühmel und Toni Schachinger. „Debütantenball“ überschrieb denn auch der Deutschlandfunk die „handfeste Überraschung“. Für die Jury läutet die Nominierung einen Generationswechsel ein. Laut Magenau eint ein großes Thema alle Bücher auf der Shortlist: „In allen geht es um familiäre Zusammenhänge, um den Ort in der globalen Welt, von dem aus das eigene Dasein zu begreifen ist.“ Womöglich habe der Generationswechsel, der sich mit den Debüts im Finale andeute damit zu tun, dass „die Jüngeren bei diesen Themen schärfer hinschauen“, wenn es etwa um Fragen nach der Identität, Rassismuserfahrungen oder dem Zusammenleben in unterschiedlichen Lebensmustern geht. Hier sind die Nominierten im Überblick:
Raphaela Edelbauer. Das flüssige Land, Klett-Cotta
Miku Sophie Kühmel. Kintsugi, S. Fischer
Tonio Schaichinger. Nicht wie ihr. Kremayr & Scheriau
Norbert Scheuer. Winterbienen. C.H. Beck
Sasa Stanisic. Herkunft. Luchterhand
Jackie Thomae. Brüder. Hanser Berlin
Mit dem Deutschen Buchpreise zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 2005 jährlich den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Der Preis ist mit insgesamt 37 500 Euro dotiert. Der Sieger erhält 25 000 Euro, die übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2 .500 Euro. Die Preisverleihung findet am Vorabend der Frankfurter Buchmesse statt.
Donnerstag, 5. September 2019
Glückwunsch zum 75., Manesse!
Seit 75 Jahren steht Manesse für Neuübersetzungen und -Ausgaben literarischer Werke in schönen Editionen. Das Verlagsprogramm reicht von Homer bis James Joyce, von der japanischen Hofdame Sei Sho-nagon bis zum eben wiederentdeckten Eduard von Keyserling. Ambitionierte Klassikervermittlung aus allen Epochen und Kulturkreisen – dieser Gründungsidee ist der in der Schweiz gegründete und inzwischen in München residierende Verlag treu geblieben. Damit ist Manesse der letzte sortenreine Klassikerverlag auf dem deutschen Buchmarkt.
Stolz blickt man hier zurück auf Erst- und Neuübersetzungen aus 25 Weltsprachen und drei Jahrtausenden und auf über 1000 Klassiker-Novitäten. Seit geraumer Zeit veröffentlicht Manesse auch großformatige Bände, Anthologien - Solitäre der Buchkunst und illustrierte Prachtausgaben wie etwa Homers „Odyssee“ (2007) und „Ilias“ (2017) in gefeierter Neuübersetzung oder Alexander von Humboldts „Buch der Begegnungen“ (2018), herausgegeben von Ottmar Ette. Aber nicht nur Großes erscheint in der Manesse Bibliothek, auch 700 kleinformatige Handschmeichler machen Lust auf Klassisches.
Natürlich leistet sich der Jubilar auch ein Jubiläumsprogramm – mit Goethe und Melville, beides Klassiker, die bereits im Premierenprogramm 1944 vertreten waren. Von Goethe erschien im Frühjahr die „Italienische Reise“ fotoästhetisch in Szene gesetzt, und von Herman Melville eine Neuausgabe von „Mardi und eine Reise dorthin“. Am 30. September erscheinen u.a. ein neuer Band mit den späten Romanen Eduard von Keyserlings unter dem Titel „Feiertagskinder“ sowie kurz darauf eine Neuübersetzung von James Joyce‘s „Dubliner“.